berührendes Mahnmal und wunderbare Pfade

Wolfach liegt traumhaft schön und ruhig.

Der Jakobusweg führt über urige Pfade auf und ab bis nach Hausach. Ich traf gestern morgen keine Menschenseele im Wald.

Es war wunderbar in Stille und in meinem Rhythmus zu wandern.

Ich kann dann wieder viel mehr sehen (Warum ist da Stacheldraht?) und tiefer fühlen.

Das geht im Alltag leider häufig verloren.

Ich kam vorbei an einem Mahnmal, das mich sehr berührt hat.

Vergesst es nicht!

Nach einem anstrengenden Anstieg – ich hatte einen großen Rucksack, war angeschlagen und hatte schlecht geschlafen – erwartete mich ein fantastischer Ausblick.

Leider musste ich an diesem Tag noch abbrechen, da es mir gesundheitlich schlechter ging. Schade!

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Lossburg – Wolfach

Ich bin mal wieder „unterwegs auf Pilgerwegen“. Dieses Mal auf dem Kinzigtäler Jakobusweg. „Warum in die Ferne schweifen, …“Es ist wirklich wunderschön hier. Vielleicht besonders, weil es Herbst ist. Weil das Licht so warm und die Farben so kräftig sind.Der Kinzigtäler Jakobusweg beginnt in Lossburg und endet in Kehl. Auf der ersten Etappe haben mich Kay und Leyla begleitet.Kay hatte große Bedenken, ob er die 16 km bis Schenkenzell schafft. Ich hatte auch meine Zweifel, aber wegen mir: grippig! Aber wir schafften es tatsächlich beide.Manchmal ist es nur die Grenze/Angst im Kopf. Gell, Kay?! Du kannst dir vertrauen 😊 Eine weitere Grenze überwunden.

Zwischenstopp in Alpirsbach.

Prost! Wir tranken aber nur ein alkoholfreies Weizen😣. Mittagszeit und noch einige Kilometer vor uns.

Heutiges Etappenziel: Wolfach in 24 Kilometern. Ich nahm mir gar nicht erst vor, die ganze Strecke zu Fuß zu schaffen. Hustig! Aber bis Sankt Roman wollte ich es schaffen. Und irgendwie würde ich dann von dort nach Wolfach kommen.

Sooooo idyllisch! Ich kam vorbei am Kloster Wittichen. Und gerade noch rechtzeitig zum Segen beim Festgottesdienst zu Ehren Luitgards, der Gründerin des Klosters.

Wunderbare Pfade. Gefühlt weitab der Zivilisation und in Sankt Roman bestätigt. Es gab hier nicht einmal eine Busverbindung. Und auch kein anderes Netz. Was jetzt? Einchecken im elitären (wurde mir unterwegs so beschrieben) Hotel?

Ein älteres Ehepaar chauffierte mich schließlich bis nach Wolfach. Danke😊!

Die Pilgermuschel ist wieder unterwegs

Inzwischen kann man sie als generationenübergreifende Pilgermuschel bezeichnen.

Wer von unserer Familie hätte das gedacht, als sich mein Vater 2002 zum ersten Mal mit ihr auf den Weg nach Santiago de Compostela machte. Er hatte die Pilgermuschel zweimal dabei. Als ich 2012 beschloss den Camino francès zu pilgern, hat er sie mir mitgegeben und mir das Versprechen abgenommen, sie heil wieder zurückzubringen. Das habe ich mir so zu Herzen genommen, dass ich gleich in der ersten Nacht einen Alptraum hatte: Mir ist die Muschel zerbrochen! Ein Jahr nach meiner Pilgerreise machte sich meine Mutter auf den Weg. Auch sie brachte die Muschel unversehrt zurück. Von ein paar altersbedingten Verschleißerscheinungen mal abgesehen😉. Und jetzt meine Tochter Anna. Gestern ging es los. Sie pilgert den camino del norte von Irun nach Santiago de Compostela entlang der Atlantikküste. Mit ein paar Anlaufschwierigkeiten: Sie konnte sich eine halbe Stunde vor Abfahrt von Karlsruhe nach Paris kein Zugticket mehr kaufen- voll besetzt! Dabei hatte sie schon die Anschlussfahrkarte nach Hendaye (französischer Teil) und die Unterkunft in Irun (spanischer Teil) 😭.

Was tun? Über Schwarzfahren, Absagen und zu Tode ärgern war alles im Gespräch. Die letzte Idee war die beste und erfolgreich. Sie fragte den zuständigen Schaffner am Gleis. Im Zug konnte sie dann ein teures Ticket kaufen. Ende gut alles gut?!

Nicht ganz. Heute morgen erreichte mich ein panischer Anruf: „Ich habe die Muschel verloren!“ 😨

Sie ist glücklicherweise wieder aufgetaucht.

Buen camino, Anna! Bring die Muschel wieder heil zurück!

Virtuell unterwegs

Nein, ich bin noch nicht auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom unterwegs. Obwohl das mein Plan war. Aber Pläne ändern sich. Momentan lasse ich meine vergangenen Pilgerreisen Revue passieren 🙂 und ihr könnt dabei sein.

Hier in der Stadtbibliothek Bruchsal.

Und im Bücherbüffet Karlsruhe.

Zuletzt im Rathaus Spessart. Dort führe ich meine erzählende Lesung “Ultreia! 2 Millionen Schritte auf Jakobswegen“ am 2.6.2019 um 16.00 Uhr nochmal durch. Dieses Mal unter dem Motto: Kaffee, KUNST + Kuchen – ein Nachmittag für alle Sinne. Hören, Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken!

Letzte Etappe: von Oberkirch nach Offenburg

In der Chocolaterie beim Schloss Staufenberg eine Schlosseidechse gegessen. Hat super geschmeckt. Den herrlichen Ausblick und das fantastische Wetter genossen. Eine Haltestelle für einen Laufbus entdeckt. Ich würde sagen, eine sportliche Alternative und umweltschonend obendrein. Habe mir überlegt, ob ich mich als Laufbusfahrerin bewerben soll;-)

In dieser Gegend gibt’s aber nicht nur essbare Schlosseidechsen und bunte Laufbusse, sondern auch Apfelhörnchen. Das sind lebende Tiere, den Eichhörnchen zum Verwechseln ähnlich, aber mit einer Vorliebe für große, saftige Äpfel, die sie nicht mehr hergeben.

Sehr lang und sehr schön

Nachtrag zu gestern. Die Ortenau ist wirklich wunderschön. Die gestrige Tour ging von Neusatz nach Oberkirch. Entlang an unendlichen Weinbergen, Streuobstwiesen, Burgruinen und Schnapsbrunnen. Nein, ich habe dort nichts getrunken, damit ich meine Tour durchhalten konnte. Gestern traf ich ein sehr älteres Zwillingspaar, die mir von der Nachkriegszeit und ihrer Flucht aus dem Osten erzählten und wie die Geschichte in ihrem Leben immer noch nachwirkt. Es wurde taxispät.