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Sehr lang und sehr schön

Nachtrag zu gestern. Die Ortenau ist wirklich wunderschön. Die gestrige Tour ging von Neusatz nach Oberkirch. Entlang an unendlichen Weinbergen, Streuobstwiesen, Burgruinen und Schnapsbrunnen. Nein, ich habe dort nichts getrunken, damit ich meine Tour durchhalten konnte. Gestern traf ich ein sehr älteres Zwillingspaar, die mir von der Nachkriegszeit und ihrer Flucht aus dem Osten erzählten und wie die Geschichte in ihrem Leben immer noch nachwirkt. Es wurde taxispät.

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Mein Unwort des Tages: “TRAIL“

Alles begann so schön heute morgen: Frühstück gut, Pilgerstempel, Wegweiser,

… einfach alles perfekt!

Aber ich muss wohl einen wichtigen Wegweiser übersehen haben. Ich irrte Stunden im Baden-Badener Wald umher und fand den Ausgang nicht. Das einzige, was ich fand, waren wegweiserlose Stangen.

Und TRAILS!!!!!

Nach fast 5 Stunden kam ich endlich in Neuweier an. Ich traue es mich kaum zu sagen: Einem Vorort von Baden-Baden und ca. 8 km von meinem heutigen Startpunkt entfernt. Die Zeit spricht für sich! Ich bin unendlich viele Trail-Schleifen gelaufen. Mein Ziel lag immer noch 11 km weit weg. Ich war so sehr genervt von dieser Scheißbeschilderung. Weit weg vom entspannten, besinnlichen Pilgern (badischer Jakobusweg) oder Wein trinken (Ortenauer Weinweg)!!!

Ich nahm den Bus nach Bühl. Zivilisation. Ich war immer noch so sehr genervt. Die Wegweiser immer noch scheiße. Mir wurde geraten, den Fußweg neben der Straße nach Neusatz zu nehmen. Das tat ich dann, total genervt. Es war der Friedenspilgerweg!

Hat das etwas zu bedeuten?

Der Rucksack drückt

Ich hätte nicht gedacht, dass man so aus der Übung sein kann. Als ich nach acht Stunden im wunderschönen Kloster Lichtenthal ankam, tat mir einfach alles weh. Glücklicherweise kann ich morgen weiter trainieren. Da geht es von Baden-Baden nach Neusatz. Ca. 23 km. Heute kam ich von Walprechtsweier. Der Weg und das Wetter waren fantastisch. Ich habe mich zwar ein paar Mal verfranzt, mein Handy-Akku war vorzeitig leer, weil ich zuviele Apps offen hatte wie Schrittzähler, Kalorienverbrauch und ganz nebensächlich die Route. Dem Jakobsweg zu folgen, war nämlich nicht ganz einfach. Mal folgte er dem Saumweg, dann der Murgleiter, dann nahm er plötzlich eine andere Abzweigung, dann konnte ich keine Beschilderung mehr finden, … nicht ganz einfach. Aber zum Glück gab es immer freundliche und kundige Mitmenschen, die mir den besten Weg erklärten und dabei noch Geschichten von ganz früher erzählten:“ Früher, ich war zehn oder elf, musste ich zu Fuß von Gaggenau nach Walprechtsweier zur Ölmühle – kennen Sie die?“ – “Ja, da bin ich heute losgelaufen“ – “mit einem Karren voll Raps – Wissen Sie, was das ist?“ – “Ja, das blüht gelb. “- “Heute würde das kein Kind mehr schaffen!“ – “Nein, man traut es ihnen nicht mehr zu.“ Jetzt liege ich wohlbehalten und satt im Pilgerbett der Abtei Lichtenthal und es ist sehr schön hier.

Zwischendurch habe ich au h “gekneippt“: